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“Vielleicht verstehen wir uns ja.” 24/01/2011

Posted by schickle in Australia, Privates, Sonstiges, Time to talk about....
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Die letzte Woche war geprägt von Tennis, Arbeit-Schwänzen und Samuel.
Am einflussreichsten ist aber ganz klar letzteres…

Samuel

Name: Samuel K.
Alter: 20
Wohnort: in der Nähe von Köln
Will studieren: Mathematik

Problem: Depressiv, hat seit zwei Monaten nicht mehr gelacht

Geschichte: Vor einer Woche treffen wir Samuel, auch genannt Johannes oder Steffen, an der Waschmaschine. “Hey wie lang braucht ihr denn noch? Ich muss meine Wäsche noch waschen.” Nach der Ansage, dass wir sie gerade erst rein gemacht haben beginnt schon ein kleiner Smalltalk, er redet in einer sehr leisen aber verbindlichen Art und Weise. Sehr verbindlich. “Wollt ihr später noch quatschen? Vielleicht verstehen wir uns ja.”

Natürlich wollen wir mit dir quatschen Samuel. Wie gesagt so getan sitzen wir also abends mit ihm gemeinsam im Outdoor-Bereich des BOZO-(Qualitäts-)Backpacker und haben das australische Standard-Gespräch:

A: “Ja wo kommst du her?” B: “Aus der Nähe von Köln und ihr?”
A: “Also ich aus Stuttgart und die beiden aus Berlin, hast auch gerade Abi gemacht ja?” B: “Ja genau, was habt ihr schon so gemacht in Australien”
A: “Ja hab mir die Ostküste angeguckt und bin jetzt hier und suche Arbeit und du?” B: “Ich komme von der Westküste und habe mir da ein Auto gekauft und nur Probleme damit gehabt.”

Ab hier beginnt nun Samuels Hauptthema. Die Quelle seiner Depressionen und dem Drang nun endlich Arbeit zu finden und vor allem das Auto los zu werden. Er hat sich in Perth ein altes Auto für viel Geld gekauft, ist gefahren und ab dann in regelmäßigen Intervallen immer wieder Probleme gehabt, sodass er den Kaufpreis noch einmal in Reparaturen stecken musste. Aber er hatte ja noch Geld von der Kartoffelfarm. Dort hat er wohl viel Geld gemacht. Hier in Melbourne nun angekommen ist vom Auto nicht mehr viel in guter Kondition über. Gangschaltung funktioniert nur langsam, der Auspuff hört sich an wie eine kaputte Harley und der Motor startet nur sporadisch. Er hat sich aber ein Glück ein Jumpstart-Kabel von Kmart zugelegt. Jetzt ist er hier in Melbourne, kein Geld, verschuldet bei Mama und Papa und im Hinterkopf noch die Angst für den Mercedes bezahlen zu müssen den er Weihnachten beim Einparken leicht berührt hat. “Alles scheiße man.”

Man wartet nur ängstlich darauf bis endlich die erste Träne seine Augen verlässt, doch vergeblich. Er hat das Gespräch wahrscheinlich nicht das erste Mal und die Traurigkeit, Depression und Verzweiflung kommt konsequent, ruhig und routiniert rüber. Doch wie wir so sind, der lustige Schwabe und die noch viel lustigeren Berliner muntern wir das süße Bärchen Samuel auf und binden ihn gleich in unsere Planungen ein.

A: “Wir haben auch unser Auto zerschrottet und sind knapp bei Kasse und suchen jetzt nach Farmarbeit, kannst ja mitkommen.” B: “Das wär echt super.”

Er lächelt nach eigenen Angaben das erste Mal wieder nach zwei Monaten. Sehr schön.

A: “Wir haben jetzt die letzte Woche jeden Tag bei dieser Farm-Agentur angerufen und die haben wahrscheinlich bald was frei. Das Doofe ist halt, dass wir kein Auto haben und daher nicht an abgelegene Farm kommen können, die besser zahlen und mehr Jobs haben” B: “Naja, wir können auch mit meinem Auto zu einer Farm fahren wenn wir da arbeiten können.” A: “Echt? Das ist ja super. Wir können dann ja auch Benzin bezahlen, haben wir alle was von.”

Der Plan stand also. Job suchen, hinfahren und ums Überleben arbeiten. Ab jetzt haben wir konsequent nach Jobs gesucht und wie im letzten Blogeintrag bereits erwähnt sogar die Farms in der Nähe mit dem Auto abgeklappert.

Wir: “Hey, we are looking for farm jobs.” Farmer: “No sorry mate. Very bad timing.” Weiter geht’s.

Das hat aber nichts gebracht. Fakt ist, im Umland von Melbourne sucht kein Landei mehr Aushilfen. Die Erdbeeren, einzige Frucht die im Moment hier gepflückt wird, gehören den Niedriglohn-Vietnamnesen.

Wir zur Erdbeeren-Farmerin: “Hey we are looking for farm jobs.” Farmerin: “No sorry we have vietnamese contractors for twenty years now.”

Übersetzt: Sie beutet jetzt schon seit zwanzig Jahren Vietnamesen aus die per Kilo bezahlt werden und kann sich vier Europäer die mehr als nur eine Schüssel Reis pro Tag benötigen nicht leisten. Daumen hoch. So kannst du dir also Farmerin also Pool, Villa und Luxusauto leisten.

Wieder im Bozo, übrigens ein verdammt gutes Hostel, geht die Suche online weiter. Wenn der Tim mal wieder bei den Australien Open ist und sich freut mit irgendwelchen unheimlich bekannten Tennisspielern ein Bild zusammen zu machen oder Lars Bider und Teppiche auf eine Auktion schleppt um sich eine weitere Woche Bozo leisten zu können, suchen die anderen weiter. Eine Gruppendynamik entsteht. Drei plus eins wird zu vier. Auch wenn der Samuel seine Eigenarten hat. Aber das wird bestimmt noch wenn der Junge wieder bessere Laune bekommt. Das mit dem Humor wird vielleicht schwierig. Nichts ist unmöglich.

Dann die plötzliche Kehrtwende: Wir finden nun endlich nach einer Woche (das ist der Zeitraum der oberen Begebenheiten) einen Job auf Anthonys Farm. Anthony will uns mit vierzehn Dollar die Stunde vergüten und jeden Tag arbeiten lassen. Perfekt! Oder doch nicht? Denn Samuel fühlt sich schlecht. Er will jetzt doch irgendwie sein Auto verkaufen. Also ins Umland wäre er schon mit dem Auto hingefahren und jeden Tag von Unterkunft zur Farm aber bis Mildura – ne irgendwie nicht.

Aus einem Tag Diskussion werden zwei. Anthony haben wir schon zugesagt. Er freut sich – aber ohne Auto ginge es nicht. Das sagt er gleich zwei mal heute morgen als wir ihn angerufen haben um darüber zu berichten, dass unser Auto dummerweise nicht mehr funktioniert. Irgendwas mit der Gangschaltung. Heißt: Samuel sagt uns heute Morgen um neun Uhr, dass er sich nun entschieden habe und echt nicht mit dem Auto fahren will. Die Moral der Geschichte: Verlass dich lieber auf keinen der Depressionen und ein kaputtes Auto an der Backe hat, aus Perth kommt und in Adelaide erfahren hat, dass seine Gangschaltung bald den Geist aufgibt.

Dennoch lassen wir uns, drei umheimlich coole und schöne Backpacker, nicht vom Weg abbringen. Während Tim heute das letzte Mal in seinem Topseller-Café arbeitet und bestimmt schon ein Hundert koffeinfreie Kaffees verkauft hat, das macht er gerne, gehen Alex und Lars, die beiden aus Berlin, direkt zur Flinders-Street-Railwaystation und kaufen drei Buskarten nach Mildura. Wenn Anthony nach Leuten sucht müssen seine Kollegen vom Land ja logischerweise auch nach Leuten suchen.

Anschließend aber herausgefunden: Mensch in Mildura sind schon fast alle Hostels voll. Ungewiss geht es also heute über Nacht im vLine-Bus 600 Kilometer nach Mildura. Da wir neun Stunden dafür brauchen fährt der Bus wahrscheinlich rückwärts. Nichts desto trotz wird sicherlich genug passieren damit Tim der Geschichtenerzähler im nächsten Eintrag wieder eine Geschichte zu erzählen hat. Zum Beispiel ob wir einen Job gefunden haben, warum er im Cafe gefeuert wurde, wie das neue Hostel ist und ob der Murray-River vielleicht doch noch über die Ufer gekommen ist. Ist nämlich bei australischen Flüssen gerade im Trend.

Grüße aus Melbourne,

Lars
(in Tims Vertretung)

Time to talk about… 24/06/2009

Posted by schickle in Sport, Time to talk about....
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In nächster Zeit werden hier verschiedene Themen behandelt. Begonnen wird heute in “Time to talk about…” mit …

tatatataaaaaaaa…. Tusch…

FUßBALL

Ja, die runde Lederkugel… Sie beschäftgit doch so manchen Menschen… In dieser Folge geht es darum, die gängigsten Vorurteile über Fußballer zu entkräften (sofern das überhaupt mögloch ist…)

1.) Fußballer sind geldgeile Säcke!

Ja, wer sagt denn sowas? Ist Christiano Ronaldo etwa Geldgeil, weil ihm 12 Millionen im Jahr zu wenig sind? Recht hat er, der Schönling! Für so einen lächerlichen Lohn, krümmt man doch nicht mal den kleinen Zeh! Denn wie sagte Horst Szymanik (ehemaliger Fußballer des KSC und Tasmania Berlin) einst zurecht bezüglich der Gehaltsfrage:

“Ein Drittel? Nee, ich will mindestens ein Viertel!”

Womit wir auch schon bei Punkt 2 angelangt wären:

2.)  Fußballer sind dumm

Nun mag das vorherige Zitat die Menschen darin bestärken, Fußballer sind dumm, die können nicht einmal richtig rechnen… Doch diesen Leuten sei gesagt: Fußballer sind nicht dumm… Schauen wir uns mal den Jürgen Klinsmann an, der sagte:

“Der Rizzitelle und ich sind schon ein tolles Trio, … ähm, Quartett.”

Ok auch der war scheinbar keine mathematische Leuchte, lassen wir doch lieber einen anderen Fußballgott das Wort. Andreas Brehme. Von ihm stammen philosophische Sprüche, wie zum Beispiel:

“Die Brasilianer sind ja auch alle technisch serviert.” oder “Also bei mir geht das mit dem linken Fuß genauer und mit dem rechten fester! Auf die Torwand schieße ich mit dem rechten.”

Ok, klingt alles ein bisschen komisch, aber deswegen ist man doch nicht gleich doof! Auch dieses Vorurteil wäre damit entkräftet!

3.)  Fans rivalisierender Mannschaften können nicht friedlich miteinander auskommen

Wie oft hört man, dass es Randale gab weil beispielsweise VfB gegen KSC, S04 gegen BVB oder Real gegen Barca gespielt hat? Ok, oft… Jetzt denken manche sicherlich, “ha. Das erste Vorurteil, dass er zugeben MUSS!” Doch Freunde, falsch gedacht. Ich halte es wie bem vorangegangenen Pukt:

Gute Freunde...

4.) Fußballer trinken bis zum Umfallen

Ok Leute, nun habt ihr mich also so weit! Das erste Vorurteil das bedingungslos zutrifft ;) Als Beweise muss die vorhin bereits genannte Stutgarter Truppe wieder hinhalten:

Prost! Der moderne Fußballer von heute beschäftigt sich nicht mit Ernährungsplan und solchen Kindereien. Wichtig ist die 3. Halbzeit (für alle Unwissenden: die 3. Halbzeit findet meist an der Theke statt). Das Spiel an sich interessiert nicht!

Oder etwa doch, wenn man den (Schluß)Worten von Matthias Sammer (DFB-Sportdirektor) Glauben schenken mag:

“Das nächste Spiel ist immer das nächste.”

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